Nachdem ich eine einfache, aus Holz und Stahlwinkeln zusammengeschraubte Schildpresse für mein erstes Scutum verwendet habe, wollte ich das Konzept der Schildpresse einmal vollständig überarbeiten.
Für diese neue Presse hatte ich drei Hauptkriterien:
- Teilbarkeit: Die Presse sollte sich mit mässigem Aufwand z.B. unter einem Bett verstauen lassen.
- Variabilität: Verschiedene Schilde haben unterschiedliche Biegeradien oder sogar komplexere Formen. Auf einem Grundgerüst sollen einfach zu fertigende und günstige Rippen befestigt werden können. Die Rippen sollen sich ausserdem in ihrer Position dem Schild anpassen können
- Langzeitstabilität: Das Grundgerüst soll so konstruiert werden, dass der Belastung von bis zu 10 Transportgurten sicher und Verformungsfrei standgehalten wird
Damit bleibt für diese Schildpresse und mein persönliches Skillset fast nur noch der Ansatz mittels 40x40er Aluprofilen. Eine Schildpresse komplett aus Holz würde sich für jemanden mit einer richtigen Werkstatt anbieten. Preislich liegen hier Welten dazwischen. Meine persönliche Anforderung der Variabilität lässt sich mit Holz zwar realisieren, aber nur mit erhöhtem Materialverschleiss.
Einkaufsliste



Alle Aluprofile werden in Nutbreite 8mm bestellt. Die Geometrie entspricht bei meiner Presse dem I-Typ.
So lange Nutbreite und Profiltyp zusammenpassen, kann aber jedes beliebige Profil verwendet werden.
- 5x 80cm Strebenprofil 40x40mm
- 1x 120cm Nutplatte 16x160mm
- 10x Winkel 40x40 mit Nutführung
- 35x Hammerschraube M8x25
- 35x Flanschmutter M8
- 5x Leimholzplatte 80x50cm
Für Version 2 der Schildpresse werden ausserdem folgende Bauteile beötigt:
- 2x 120cm Strebenprofil 40x16mm
- 20x Hammerschraube M8x25
- 10x Winkel 40x40 mit Nutführung
Schildpresse V2




Version 1 der Schildpresse hatte keine leisten an den Aussenkanten. Dies hatte zur Folge, dass die Spanngurte ausschliesslich direkt vom Rohamterial nach hinten umgelekt wurden. Das war vor allem bei Schilden mit Biegeradius 500mm ein Problem. Die Kraft verteilte sich ungleichmässig auf das Rohmaterial.
Mit V2 kamen zwei weitere Strebenprofile hinzu, die den Druck auf die Schildkanten verringerten und ihn mehr auf die Schildmitte verteilen.
Ausserdem schonen diese Profile die Spanngurte, denn sie werden nicht mehr über die schnittkanten der Querprofile geführt.